Vor dem Start — Ziel: Sub 5
IRONMAN 70.3 Leipzig — meine zweite Mitteldistanz ist in the books. Es war mein Highlight-Rennen in diesem Jahr, und ganz ehrlich: Ich hatte richtig Bock auf dieses Event.
Nach meinem Debüt beim Viking Triathlon in Schleswig im Juni, das ich in 5:04:37 abgeschlossen habe, war das Ziel für Leipzig klar formuliert: Sub 5. Unter fünf Stunden über 1,9 km Schwimmen, 90 km Rad und 21,1 km Laufen. Am Ende sind es 5:14:19 geworden. Warum, das erzähle ich hier.
Swim — 1,9 km in 37:48
Das Schwimmen hat den Grundstein gelegt. 37:48 bei einer Pace von 2:00 pro 100 Meter — das ist meine bisher schnellste Freiwasserzeit. Ich bin von Anfang an in einen ruhigen, gleichmäßigen Rhythmus gekommen und musste an keiner Stelle überziehen.
Genau so hatte ich mir das vorgestellt: rauskommen, ohne die Beine schon verbrannt zu haben, und mit einem guten Gefühl in die Wechselzone laufen. T1 lief mit 4:32 sauber durch.
Bike — 90 km in 2:22:27
Der Start auf dem Rad lief richtig gut. Ich bin schnell in meine Position gekommen und lag von der Leistung her voll im Plan.
Dann der erste Dämpfer: Nach vier Kilometern war meine erste Flasche mit Verpflegung weg. Ärgerlich, aber kein Drama — an den Verpflegungsstationen konnte ich alles wieder gut aufnehmen. Die Versorgung war zu keinem Zeitpunkt kritisch.
KM 40 — das Knie schreibt das Rennen um.
Ab Kilometer 40 kam dann das, was mir das Rennen umgeschrieben hat: extremer Schmerz im Knie. Nicht ein leichtes Ziehen, sondern richtig heftig. Dadurch ging spürbar Leistung verloren. Ich konnte den Druck aufs Pedal nicht mehr so bringen wie in der ersten Hälfte, und ab da war klar: Die Sub 5 ist raus.
Am Ende stehen 2:22:27 bei 37,25 km/h auf der Uhr. Ohne das Knie wäre da mehr drin gewesen — aber so ist Rennen fahren.
Run — 21,1 km in 2:04:49
Beim Laufen war der Start noch schnell. Ich bin aus T2 raus (4:46) und habe direkt ein gutes Tempo aufgenommen — die Beine wollten, trotz allem.
Aber die Knieschmerzen haben mich wieder eingeholt. Ab da hieß es: Tempo rausnehmen und sauber ins Ziel kommen. Das war die richtige Entscheidung, auch wenn sie im Moment weh tut. Ein Rennen kaputt zu laufen und danach wochenlang auszufallen, bringt mich meinen Zielen nicht näher.
2:04:49 bei einer Durchschnittspace von 5:52 pro Kilometer. Nicht das, was ich mir vorgenommen hatte — aber ins Ziel gekommen, ohne mich zu zerstören.
Fazit — 5:14:19
Die Sub 5 steht noch aus. Mit 5:14:19 Stunden bin ich trotzdem unfassbar glücklich.
Seit anderthalb Jahren bin ich jetzt in diesem Sport. Seit einem Jahr begleitet mich TriDot konstant im Training — und wir haben schon mehr erreicht, als ich damals gedacht hätte. Zwei Mitteldistanzen in einer Saison, eine neue Freiwasser-Bestzeit, und ein Rennen, in dem ich trotz Schmerzen den Kopf oben behalten habe.
Die Zeit, die auf der Uhr steht, ist nur ein Teil der Geschichte. Der andere Teil ist, dass ich mit einem Problem umgehen musste, das ich nicht eingeplant hatte — und das Rennen trotzdem zu Ende gebracht habe.
Danke
Unfassbar dankbar bin ich für den Support am Wochenende. Für alle, die mich begleitet, angefeuert und mir den Rücken freigehalten haben. So konnte ich mich voll auf mein Rennen konzentrieren, während außenrum alles reibungslos lief. Das ist keine Selbstverständlichkeit.
Und danke an TriDot für die Begleitung im Training über das letzte Jahr.
Wie es weitergeht
Jetzt steht erst einmal Regeneration an — und die Ursache für das Knie will ich sauber abgeklärt haben, bevor die nächste harte Einheit kommt.
Danach wartet der FichtelUltra mit 72 km Trailrun im Oktober. Eine ganz andere Baustelle als eine Mitteldistanz, aber genau deshalb reizt es mich.
Und dann geht der Blick schon weiter nach vorn: IRONMAN Hamburg 2027 — der Weg zu meiner ersten Langdistanz.